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Rudbeckia hirta

Year 2022, Issue 26CaseAuthor: Jan Scholten
HüftschmerzenKonsultation vom 1. Juni 2014 Eine 50-jährige Frau kommt zur Anamnese, da sie auf der Suche nach einem homöopathischen Similimum ist. Sie erhofft sich, mehr zur Ruhe zu kommen und kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, dass sie ein überdurchschnittlich gutes Los auf dieser Erde gezogen hat. Schön wäre es auch, wenn eine Besserung ihrer rechtsseitigen Hüftschmerzen und ihres Blähbauches eintreten würden. Der Magen-Darm-Trakt ist immer schon Problemzone der Patientin gewesen. Als Kind hatte sie fast ständig Würmer. Später waren es vor allem Lamblien und Amöben, die ihr zu schaffen machten.
Bei der Patientin handelt es sich um eine schlanke, eher drahtige Person, die sicher wirkt. Sie ist als erstes von zwei Mädchen zur Welt gekommen. Vor ihrer Geburt hatte die Mutter Zwillinge verloren. Ihr Vater war dominant und die Mutter hat „zu allem Ja und Amen gesagt“. Obwohl beide nicht sehr offen über Emotionales sprechen konnten, haben sie doch gut für ihre Kinder gesorgt. Die Patientin war immer schon ein Wildfang, der sich ständig bewegen muss. Wäre sie in der heutigen Zeit zur Welt gekommen, hätte sie vermutlich die Diagnose ADHS erhalten. Den Beruf, den sie gewählt hat, bezeichnet sie als ihre Berufung, denn er hat viel mit Bewegung zu tun. Ihre ganze Schulzeit hat sie daraufhin ausgerichtet und war sehr nervös, als sie die Aufnahmeprüfung der entsprechenden Schule hat absolvieren müssen. Sie hat sich noch nie sehr viel zugetraut und es ist ihr früher oft passiert, dass sie vor unsensiblen Lehrern ein totales Black-out erlitten hat. Als sie aber die Darbietungen der Mitkonkurrenten sah, wurde sie ruhig, weil sie wusste, dass sie besser war. Später ist sie Ausbildnerin in ihrem Fach geworden. Die Zusammenarbeit mit ihren Berufskollegen hat sie sehr erfüllt und sie spricht heute noch vom ehemaligen „Dream-Team“. Sie hat einen Rechtsanwalt geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Es wurde ihr versprochen, dass sie nach dem Mutterschaftsurlaub mit einem Teilzeitpensum wieder an ihren alten Job zurückkehren könne. Doch als es dann soweit war, hat man ihr nur zwei Wochenstunden angeboten, was sie voller Enttäuschung abgelehnt hat. Sie ging vor Gericht und hat als Abfindung schliesslich 6 volle Monatslöhne erhalten.
Die Patientin erzählt, dass sie nicht von dieser Welt sei. Sie fühle sich nur als Besucher auf einer Zwischenstation hier. Sie lebt im Bewusstsein, dass es etwas noch viel Grösseres gibt und wenn sie z.B. in einem See schwimmt, so wird sie sich ihrer Winzigkeit ganz besonders bewusst. Vor 10 Jahren hat sie ihren eigenen Tod geträumt, wie sie ihren Körper verlassen hat und in Licht, Harmonie, Wärme und Geborgenheit eingetaucht ist. Die Rückkehr in ihren Körper empfand sie als sehr anstrengend und eingrenzend. In ihrer Jugend hatte sie Träume von schwerelosem Schweben sowie von Strudeln, die sie in ein tiefes Loch hinuntergezogen haben. In Musik und Tanz drückt sich für sie etwas Göttliches aus. Gesang in einer Kirche schüttelt sie durch und sie ist immer sehr bewegt, wenn sie am Fernsehen Sendungen wie „The Voice of Germany“ oder „Kid‘s Voice“ sieht. Es gibt „eine Million von Dingen“, die sie interessieren würden, doch ihr Leben ist viel zu kurz, um allem nachgehen zu können. Sie hat einen grossen Bewegungsdrang und läuft täglich „15- bis 40-tausend Schritte“. Sport ist für sie ein Mittel, um mit der Erde in Verbindung zu bleiben. Sie liebt die Natur sehr. Oft besucht sie auch die Tropenhalle im Zoo, doch nur morgens früh. Sobald andere Leute kommen, stört sie sich an deren Geruch. Sie mag Menschen, doch nicht zu viele aufs Mal. Schnell nimmt sie deren Stimmungen auf, was sehr anstrengend ist. Immer ist sie auf der Suche nach Glück und Harmonie. Leute die gierig sind, die „ellbögeln“ und lügen, bringen sie aus dem Gleichgewicht. Oft versucht sie „die Quadratur des Kreises“, um es allen recht machen zu können. Sie will, dass es wirklich für alle stimmt. Manchmal verfügt sie über einen sechsten Sinn. Als ihre Grossmutter krank war, hat sie sich vom Himmel ein Zeichen erbeten, bevor sie sterben werde. Sie hat es erhalten und konnte sich vor dem Tod telefonisch noch von der Grossmutter verabschieden.
 Rudbeckia hirta D30 (666.44.06) 1x täglich (resp. ad libidum)
zu Rudbeckias:
liebt diese Blumen über alles, wie sie blühen, selbst in die Kälte hinein
sie kommen einfach jedes Jahr und vermehren sich
sieht bei schlechtem Wetter das Leuchten der Sonne in ihnen
20 cm oberhalb der Blumen herrscht eine andere Energie:
eine Wärme und Ruhe, die klar zu spüren ist
kann diese Energie aufnehmen, wenn sie die Händen und v.a. den Bauch über die Blumen hält
Rudbeckias sprengen die Grenzen des Körpers
bereits ihre Grossmutter und ihre Mutter hatten Rudbeckias
sie haben sie Blumensträussen beigefügt, obwohl Rudbeckias nicht geschnitten werden wollen
Rudbeckias wollen dort stehen, wo sie sind
Follow up (Brief nach 3 Wochen): Und nun steht das Rudbeckia-Fläschchen bei mir auf dem Pult, wie ein Schatz, den ich bewahren möchte. Deshalb nehme ich die Globuli nicht täglich, sondern nur wenn die Rudbeckia ruft. Ansonsten reicht es, das Fläschchen in der Hand zu halten oder auf eine schmerzende Körperstelle (bei mir v.a. die rechte Hüfte oder der Darm), um sofort ein wohliges, warmes und entspanntes Gefühl zu bekomen.
Wenn ich ein Globuli einnehme, kann ich das nur in der Ruhe tun. Dann spüre ich die feine Wirkung. Es ist Entspannung im Körperlichen und Seelischen, dann das Einströmen dieser Lichtqualität. Das Licht strömt in den Körper und lädt ihn auf wie eine Batterie, die wieder sehr lebendig macht. Dies ist bis in die Knochen hinein zu spüren. Es ist pure Lichtnahrung, sodass andere Nahrung vernachlässigt werden kann. Es ist dies eine Kraft, die füllend und erfüllend wirkt. Alles kann ruhig werden. Zuversicht macht sich breit und ein tiefes, sicheres Gefühl, geborgen und getragen zu sein, auch wenn die ganze Welt rundherum zum Heulen ist mit all dem Negativen. Das schlechte Gewissen über das Privileg, soviel Glück zu haben, weicht und transformiert in eine Kraft, für andere zu wünschen, dass die guten Gedanken bei ihnen ankommen mögen, dass auch sie transformieren können.
Es entsteht plötzlich auch Klarheit über Dinge und Entscheidungen, die noch nicht in Fluss gekommen sind. Es öffnen sich Tore für Lösungen und neue Ideen in kleinen Schritten. Der Alltag stresst nicht mehr so in Bezug auf die tausend Dinge, die man jeden Tag beiläufig erledigen könnte, aber die Zeit dazu nicht findet. Es ist mir viel mehr möglich, nur im Hier und Jetzt“ zu leben. Weder die Vergangenheit noch die Zukunft mischen sich ein. das ist sehr beruhigend. So entsteht ein „Carpe Diem“ mit viel Freude, Zuversicht, Gelassenheit und Klarheit.
Tel. nach 3½ Monaten: - hat Ferien in Kanada gemacht, Arznei zuhause gelassen
(ging mit Trauer, da sie dachte, dass sie dort keine Rudbeckias sehen wird; war aber nicht so !!!)
- hat nach Ferien Arbeit wieder aufgenommen; war im Vorfeld wieder nervös wie vor homöopath.
Behandlung  nahm Rudbeckia C9  wurde sofort ruhig
- Arznei bringt ihr Ruhe, Zuversicht, Geborgenheit und Gelassenheit; Arznei bringt sie in ihre Mitte
- macht von Zeit zu Zeit gedankliche Achterbewegungen in ihrem Gehirn; hat dabei das Gefühl, die
re Hirnhälte ist klein + schrumpelig; seit Pat. Rud-h. nimmt, wird re Hirnhälfte langsam grösser !!
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